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AMDliche Mitteilungen
Medizinprodukte-Newsletter Nr. 2 / 2001



Inhalt der Ausgabe Nr. 2 / 2001:
1. Berichte ueber fehlerhafte Kunstlinsen: BfArM weist Vorwuerfe zurueck
2. BSE-Krise: Rueckruf und Anwendungsstopp fuer Catgut aus Rinderdarm
3. Ausfallgefahr bei Beatmungsgeraeten: noch keine Regelung zur Risikominimierung
4. Rueckruf kuenstlicher Hueftgelenke in den USA
5. Personalabbau bei Draeger Medizintechnik: 440 Stellen weniger
6. Ihre Chance: AMD-Medizintechnik sucht neue Mitarbeiter


Berichte ueber fehlerhafte Kunstlinsen: BfArM weist Vorwuerfe zurueck
Voll ins Auge

Truebe Aussichten fuer Patienten mit Intra-Okularlinsen: Wie das Nachrichtenmagazin Focus berichtete, soll es in mehr als 200 Faellen bei Linsen des Typ SC60 der Firma MDR zu starken Eintruebungen gekommen sein. Ein Austausch der fehlerhaften Implantate ist meist unumgaenglich. Laut Focus soll das Bundesinstitut fuer Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im vollen Wissen um die Linsen-Komplikationen keine entsprechenden Schritte eingeleitet haben. Das BfArM weist in einer Presseerklaerung alle Vorwuerfe von sich. Man habe 1999 keine Erkenntnisse ueber produktspezifische Abweichungen als Ursache fuer die Eintruebungen gehabt. Zudem laege nur ein Bruchteil der im Magazin genannten Anzahl von mehr als 200 Faellen vor. Ein Trost fuer zukuenftige Star-Patienten: der Linsentyp, der zu Eintruebung neigt, wird in Deutschland seit Anfang 2000 nicht mehr vertrieben.
Mehr dazu im Internet:
www.focus.de/dewww?-showt:client/focus/focus/j2000/q4/m11/t27/s196/001_001.dcs
www.bfarm.de/de_ver/presse/00_15de.html


Sofortiger Anwendungsstopp fuer Nahtmaterial aus Rinderdarm
Der eingenaehte Wahnsinn

Die zustaendigen Ministerien einiger Bundeslaender, unter anderem Niedersachsen, Baden-Wuerttemberg, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen, haben einen sofortigen Anwendungsstopp fuer chirurgisches Nahtmaterial aus Rinderdarm angeordnet. Grundlage hierfuer ist eine Risikobewertung des Bundesministeriums fuer Arzneimittel und Medizinprodukte und des Wissenschaftlichen Lenkungsausschusses der EG. Rinderdarm, der Ausgangsstoff fuer die Herstellung von Catgut, gilt als spezifiziertes Risikomaterial, bei dem keine wirksame Inaktivierung oder Abreicherung der Erreger moeglich ist. Das Inverkehrbringen und die Anwendung von Catgut boviner Herkunft beim Menschen ist damit ab sofort nach §4 Absatz 1 MPG strafbar. Auch ist beim BMG eine Rechtsverordnung in Vorbereitung, die mehr Sicherheit gegen die Verwendung von moeglicherweise mit BSE-Erregern verseuchtem Material in Arzneimitteln und Medizinprodukten bieten soll. Bei den haeufig eingesetzten Hilfsstoffen wie Gelatine soll angeblich kein Infektionsrisiko bestehen. Mehr dazu im Internet:
www.sozialministerium-bw.de/
www.brandenburg.de/land/masgf/pressemi/2001/011_2001.htm
www.nrw.de/aktuell/presse/pm2001/kcn20010119_8.htm


Ausfallgefahr bei Beatmungsgeraeten: noch keine Regelung zur Risikominierung
Wenn die Luft weg bleibt...

Wie wir schon in den AMDlichen Mitteilungen Nr. 06/00 mitgeteilt haben, kam es in einem Krankenhaus zum Ausfall saemtlicher Beatmungsgeraete. Aufgrund von Wartungsarbeiten stieg der Druck in den Leitungen der zentralen Gasversorgung auf 7,5 bar und setzte alle angeschlossenen Beatmungsgeraete ausser Gefecht.
Wie schon die zuständigen Behörden in Berlin und Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr, warnt nun auch das Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommern in seiner Medizinprodukte-Informationschrift 02/01 ausdruecklich vor der drohenden Gefahr bei allen Gasversorgungsanlagen und Beatmungs-/Narkosegeraeten.
Nicht nur bei Wartungs- oder Instandsetzungsarbeiten, sondern auch im Regelbetrieb sind starke Druckerhoehungen im Leitungssystem und damit verbunden Ausfaelle der angeschlossenen Geraete moeglich.
Den Betreibern wird dringend empfohlen, sich mit den Herstellern der zentralen Gasversorgungsanlage sowie der Beatmungs- und Narkosegeraete in Verbindung zu setzen und nach Moeglichkeiten der Risikominimierung, eventuell durch technische Aenderungen, zu suchen. Im Falle des Falles muss zudem die Notbeatmung der Patienten gewaehrleistet sein. Auf die Erarbeitung von Notfallplaenen sollte daher keinesfalls verzichtet werden.
Mehr dazu im Internet:
www.lagetsi.berlin.de/lagetsi/fb/fb2/gas.htm


Rueckruf kuenstlicher Hueftgelenke in den USA
Geschmierte Prothesen, gesalzene Entschaedigungen

Sulzer Orthopedics hat in den USA rund 7.500 Inter-Op-Hueftschalen aus den Lagern zurueckgenommen. Grund hierfuer sind Verunreinigungen mit Schmiermittelresten aus dem Fertigungsprozess. Ueber 17.500 Stueck sind jedoch bereits bei Hueftgelenk-Ops verwendet worden. Bislang wurden in den USA mehr als 100 Faelle von aseptischer Lockerung gemeldet. Laut Angaben des Bundesinstituts fuer Arzneimittel und Medizinprodukte kam es in der Bundesrepublik noch zu keinen Vorkommnissen in diesem Zusammenhang. Spaetestens seit dem "Herzklappenskandal" gibt es Pressestimmen, die befürchten, dass das Endoprothesengeschaeft in Kliniken seinen eigenen Regeln folgt.
"Wer gut schmiert, der ...." sollte man dabei wohl nicht zu woertlich nehmen.
Mehr dazu im Internet:
http://de.biz.yahoo.com/010119/36/1abrl.html


Personalabbau bei Draeger Medizintechnik: 440 Stellen weniger
Der harte Weg zu schwarzen Zahlen

Die Kostensituation auf dem heiss umkaempften Weltmarkt Medizintechnik hat sich in den vergangenen drei Jahren dramatisch verschaerft. Die Konsequenzen bekommen vor allem die Arbeitnehmer deutlich zu spueren. Laut aktueller Pressemitteilungen 07/01 der Draegerwerk AG werden 440 Mitarbeiter der Draeger Medizintechnik und der Draeger ProTech ihren Hut nehmen muessen. Allein am Standort Luebeck werden ca. 170 Arbeitsplaetze wegfallen, das Handelsblatt spricht sogar von 195. Begruendet werden die Stellenkuerzungen mit Umstrukturierungs- und Kostensenkungsmassnahmen. Wie der Geschaeftsfuehrer der Draeger ProTech in einem Notfallplan darlegt, muesste zur Abwendung eines Konkurses der operative Verlust in 2001 auf 5,7 Mill. DM begrenzt, die Kosten der Umstrukturierung minimiert und ab 2002 dauerhaft schwarze Zahlen geschrieben werden.


Ihre Chance: AMD-Medizintechnik stellt ein!
Medizintechniker (m/w) fuer Halle/Leipzig und Hannover gesucht

Der AMD-Arbeitsmedizinische Dienste GmbH sucht neue Mitarbeiter. In der Medizintechnik umfasst das Aufgabengebiet u.a. die sicherheitstechnische Ueberpruefung von Medizinprodukten in allen Bereichen des Gesundheitswesens sowie die Beratung und Schulung von AMD-Kunden. Waehrend der Einarbeitungsphase und parallel zu Ihren Aufgaben werden Sie zum "Sachverstaendigen fuer Medizintechnik" ausgebildet.
Voraussetzung fuer die Einstellung sind eine Medizintechnikerausbildung oder ein abgeschlossenes Studium der Medizintechnik mit Berufserfahrung.
Diese Stellenanzeige sowie weitere offene Stellen finden Sie unter: www.medizintechnikportal.de/stellen.htm
Sie koennen sich auch online bewerben. Ein Formular finden Sie unter: www.amd-gmbh.de/bewform.htm


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Fachlicher Beirat: Manfred Kindler, Hans-Joachim Pieper, Dr. Juergen Nippa, Soeren Schroll
Die redaktionellen Beiträge dieser Ausgabe wurden erstellt von Susanne Kaiser, Redaktionspraktikantin AMD Berlin


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