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Medizinprodukte-Newsletter Nr. 6 / 2001
Inhalt der Ausgabe Nr. 6/2001:
1. Der
"Pflegebetten-Skandal" fuellt das Sommerloch
2. Dialysezwischenfall:
Gefaehrliche Kombination von Medizinprodukten
3. Strahlenschutzverordnung
ist am 01.08.01 in Kraft getreten
4. Freundliche
Uebernahme von Kretztechnik durch GE
5. Bundesaerztekammer
gibt Startschuss zur Laiendefibrillation
6. Wuerzburger
Medizintechnik-Kongress 2001 und 2002
7. Vorstandswahlen
beim Fachverband fbmt
8. Hat
Draeger wieder finanziellen Airfolg?
9. Weniger Roentgen durch funkende Prothesen
10. Weitere
Zeichen neben dem CE-Zeichen zulaessig
11. Gesundheitsportale
- Patienten surfen zunehmend
12. Loechrige
Kondome - Wenn aus Spass Ernst wird!
13. Krankenhaus-Informationsveranstaltung
am 18.09.01 in Berlin
14. Wir
suchen Medizintechniker!
Medien
entdecken das Thema "Unfaelle mit Pflegebetten"
Der "Pflegebetten-Skandal" fuellt das Sommerloch
Inhaltlich gibt es seit einem halben Jahr eigentlich nichts
wirklich Neues zu berichten. In den letzten Wochen haben
allerdings Tageszeitungen, Hoerfunksender und einige
Fernsehsender das Thema erneut "entdeckt" (siehe auch
Dokumentation unter www.medizintechnikportal.de/neues/pflegebett.htm).
Die zeitliche Korrelation mit Verhandlungen ueber neue
Versorgungsvertraege mit den Kassen ist auffaellig. Gespannt
sein darf man allerdings auf Beitraege in den Tagesthemen
(Mittwoch, 8.August, ARD, 22.30 Uhr) und in der Panorama-Sendung
(Donnerstag, 9. August, ARD, 20.15 Uhr). Nach uns vorliegenden
Informationen soll die Panorama-Redaktion Zugang zu wesentlichen
kriminaltechnischen Untersuchungsergebnissen gehabt haben. Auch
werden nach Aussagen der Panorama-Redaktion technische
Ueberpruefungen gezeigt, nach denen an fuenf von sechs Betten
Sicherheitsmaengel festgestellt worden sein sollen.
Dialysezwischenfall
in Sachsen-Anhalt
Gefaehrliche Konbination von Medizinprodukten
Am 20. Juni dieses Jahres ereignete sich in einem Krankenhaus in
Sachsen-Anhalt ein Dialysezwischenfall, bei dem eine Patientin
voruebergehende Symptome einer Luftembolie zeigte. Das
Vorkommnis wurde dem BfArM gemeldet und durch einen
TUEV-Gutachter untersucht. Der Untersuchungsbericht kommt zu dem
Schluss, dass das verwendete Schlauchsystem des Mitbewerbers
Fresenius (Fresenius Medical Care, Advanced Line Braun Dialog,
Typ 5017861, Lot BDS 052) an dem Dialysegeraet der Fa. Braun (B.Braun
Melsungen AG, Dialog Typ 7109072) zu einer deutlichen
verringerten Empfindlichkeit des Luftdetektors fuehrte. Der
Luftdetektor loeste ordnungsgemaess Alarm aus, als die
Untersuchung mit einem Originalschlauchsystem der Fa. Braun
wiederholt wurde. Das Schlauchsystem von Fresenius traegt ein
CE-Kennzeichen und ist fuer den Einsatz an Dialysegeraeten der
Fa. Braun explizit vorgesehen. Dieses Ergebnis war Anlass fuer
eine behoerdliche Untersagung der Kombination der beiden
Medizinprodukte, zunaechst in dem betroffenen Krankenhaus. Eine
endgueltige Risikobewertung durch das BfArM ist nach unseren
Informationen noch nicht abgeschlossen.
Verbesserter
Strahlenschutz
Neue Strahlenschutzverordnung ist in Kraft
In der Sitzung vom 11. Juli 2001 hat das Bundeskabinett die vom
BMU (www.bmu.de)
vorgelegte "Verordnung fuer die Umsetzung von
Euratom-Richtlinien zum Strahlenschutz" beschlossen. Dem
vom Bundesrat am 1. Juni 2001 beschlossenen umfangreichen
Aenderungskatalog zum urspruenglichen Verordnungstext wurde
zugestimmt. Damit konnte die komplette Neufassung der
Strahlenschutzverordnung am 1. August in Kraft treten. Darueber
hinaus arbeitet das Bundesumweltministerium derzeit an der
Novellierung der Roentgenverordnung. Alle Gesetze finden Sie wie
gewohnt unter www.medizintechnikportal.de/gesetze.htm.
Freundliche
Uebernahme von Kretztechnik durch GE
Nur Schall, kein Rauch
GE Medical Systems will den oesterreichischen Hersteller von
Ultraschallgeraeten Kretztechnik AG uebernehmen. Dazu wurde
bereits eine Uebernahme des Anteilspakets von etwa 65 Prozent mit
der koreanischen Medison vereinbart. Inzwischen wurde auch den
uebrigen Aktionaeren ein relativ guenstiges Abfindungsangebot
gemacht.
Bundesaerztekammer
gibt Startschuss zur Laiendefibrillation
Amateure benoetigen "Waffenschein nach dem MPG"
Die automatisierte externe Defibrillation durch Laien kann die
Ueberlebenswahrscheinlichkeit bei Kammerflimmern deutlich
erhoehen. Die Bundesaerztekammer hat kuerzlich ihre
"Empfehlungen zur Defibrillation mit automatisierten
externen Defibrillatoren (AED) durch Laien" vorgelegt
(Archiv von www.deutsches-aerzteblatt.de).
Darin sind die Voraussetzungen fuer die Anwendungen von
automatisierten Defis durch Laien festgelegt. Es sind u.a.
Einweisungen und Ueberpruefungen nach dem Medizinproduktegesetz
bzw. der Betreiberverordnung sowie Massnahmen zum
Qualitaetsmanagement unter aerztlicher Fachaufsicht vorgesehen.
Eine Ausbildung nach MPG ist danach erforderlich, "um die
Rechtswidrigkeit der Koerperverletzung zu rechtfertigen".
Wuerzburger
Medizintechnik-Kongress 2001 und 2002
Alle Jahre wieder
Der diesjaehrige Wuerzburger Medizintechnik-Kongress war ein
grosser Erfolg. Drei Tage lang volles Tagungsprogramm in drei
parallelen Veranstaltungsraeumen. Der Termin fuer das kommende
Jahr steht schon fest: 2. bis 4. Juni 2001. Im AMD-Fachbuchshop
(www.medizintechnikportal.de/shop)
oder direkt beim Verlag MediVision Berlin (Adresse siehe unten
im Impressum) sind noch Tagungsbaende zum Preis von 100,- DM
erhaeltlich (Sonderpreis fuer Mitglieder des fbmt 80,- DM, fuer
Studenten 70,- DM). Zu einem besonderen Paketpreis von 140,- DM
koennen die Baende der beiden letzten Wuerzburger Tagungen 2000
und 2001 auch zusammen erworben werden.
Vorstandswahlen
beim Fachverband fbmt
Dr. Juergen Nippa wurde "upgedatet"
Bei der Mitgliederversammlung des fbmt am 19. Juni 2001 wurde
turnusgemaess der Vorstand neu gewaehlt. Aus beruflichen bzw.
persoenlichen Gruenden standen Herr Hartmut Muchin aus Magdeburg
und Herr Stefan Heun aus Tuebingen fuer eine Wiederwahl nicht
zur Verfuegung. Als 1. Vorsitzender wurde Dr. Juergen Nippa
bestaetigt, zum 2. Vorsitzenden wurde Herr Horst Theis aus
Marburg gewaehlt. Als Beisitzer ruecken mit Roland Maeder aus
Magdeburg und Jochen Pieper aus Berlin zwei Mitglieder des AMBB
(www.ambb.de)
in den Vorstand nach.
Hat Draeger
wieder finanziellen Airfolg?
Gewinn erwacht aus der Narkose
Nachdem die Luft im letzten Jahr etwas duenn war, beginnen
inzwischen die Restrukturierungsprogramme insbesondere auch der
Medizintechnik zu greifen. Im ersten Halbjahr 2001 konnte der
Gesamtumsatz der Draeger-Gruppe um 12,8 Prozent gesteigert
werden. Das Unternehmen ist nach eigener Einschaetzung auf gutem
Wege, fuer das Gesamtjahr 2001 wieder schwarze Zahlen zu
erreichen.
Neue
Forschungsergebnisse
Weniger Roentgen durch funkende Prothesen
Nach Berichten der Tageszeitung "Die Welt" haben
Forscher der Universitaet Bochum eine Hueftgelenksprothese mit
integrierten Sensoren entwickelt. Aus dem Frequenzmuster, das
von diesen Sensoren an einen externen PC "gefunkt"
werden, soll der Grad der Lockerung der Prothesen abgeleitet
werden koennen. Ziel ist u.a., zusaetzliche
Roentgenuntersuchungen und dadurch Strahlenbelastungen des
Patienten zu reduzieren. An der Freien Universitaet Berlin, die
im Fachgebiet Biomechanik zur Weltspitze zaehlt, wurde auf
diesem Gebiet kuerzlich durch Messungen mit implantierten
Sensoren belegt, dass Sitzen nicht belastender für Wirbel und
Bandscheiben ist als Stehen. Das widerspricht einer Jahrzehnte
lang vertretenden Lehrmeinung (www.diewelt.de).
TUEV-Zeichen auf
Medizinprodukten
Weitere Zeichen neben dem CE zulaessig
Das Landgericht Muenster haelt TUEV-Zeichen auf Medizinprodukten
neben der CE-Kennzeichnung ohne weiteres fuer zulaessig. Der
Erklaerungsinhalt der CE-Kennzeichnung werde durch das
TUEV-Zeichen nicht in Frage gestellt. Ein Verbot privater
Zeichen neben dem CE wuerde nach Auffassung des Gerichtes gegen
den EG-Vertrag verstossen. (LG Muenster, Urteil vom 6. April
2001 – 223 0 39/01). Das gemeinsame Positionspapier von
einigen Benannten Stellen finden Sie unter www.medizintechnikportal.de/neues/position.htm.
Gesundheitsportale
Patienten nutzen zunehmend das Internet
Gesundheitsportale im Internet werden in Deutschland immer
beliebter. Die Reichweite von Webseiten rund um Medizin und
Wohlbefinden habe sich in den vergangenen zwoelf Monaten auf 8,7
Prozent aller deutschen Surfer verdoppelt. Das ergab die
monatlich erscheinende Studie zur digitalen Mediennutzung von
Jupiter MMXI. Anmerkung: Nach unseren Recherchen ist die
Qualitaet der angebotenen Inhalte allerdings oft nicht
ueberzeugend.
Loechrige
Kondome
Wenn aus Spass Ernst wird
Kondome sind Medizinprodukte. Wenn eine CE-Kennzeichnung, wie
z.B. auf einigen "Spasskondomen" fehlt, muss davon
ausgegangen werden, dass das Kondom fuer den Schutz-Zweck nicht
geeignet ist. Hierueber hat die zustaendige Behoerde BfArM
bereits im Februar letzten Jahres die Oeffentlichkeit informiert
(www.bfarm.de/de_ver/presse/00_5de.html).
Nun meldet das Gesundheitsportal "Yavivo", dass
Kondome der Marke "Zig-Zag" zum Teil
Unregelmaessigkeiten und mit dem blossen Auge nicht erkennbare
Loecher aufweisen. Das BfArM habe daraufhin eine Warnung an alle
zustaendigen Landesbehoerden in Deutschland weitergeleitet.
Betroffen seien die Chargen (44 013 005 und 44 035 004) des
Herstellers Thai Nippon Rubber Industry (Bangkok).
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Herzdoppler gesucht:
Fuer eine Aerztin, die im Entwicklungsdienst in Papua
Neuguinea taetig ist, suchen wir einen Herzdoppler. Die
Stromversorgung ist dort nur abends gesichert, so dass das
Geraet ueber einen Akku verfuegen muss. Der Entwicklungsdienst
stellt gerne eine Spendenquittung aus, ist aber auch in der
Lage, einen geringen Betrag zu zahlen. Kontakt: bertram.frank@t-online.de.
Medizintechniker gesucht:
Die AMD GmbH sucht dringend Medizintechniker, die Interesse
haben, im Team der AMD-Medizintechnik anspruchsvolle Aufgaben zu
uebernehmen. Vorrangig zu besetzen ist eine Stelle im Raum
Regensburg – Passau. Fuer weitere Informationen steht Ihnen
Herr Dieter gerne unter 0761/2854642 zur Verfuegung. Informieren
Sie sich bitte zunaechst unter www.amd-gmbh.de
oder www.medizintechnikportal.de.
AMD und
TUEV-Klinikservice laden ein:
Am 18. September findet in Berlin eine gemeinsame Veranstaltung
der AMD GmbH und des TUEV Rheinland/Berlin-Brandenburg zu
folgenden aktuellen Themen statt: Neues zum Medizinprodukterecht
und zur VDE 0751 (Wiederholungspruefungen), die neue
Strahlenschutzverordnung, Biostoffverordnung,
Qualitaetsmanagement im Gesundheitswesen, Grundzuege des
Arbeitsschutzes, Brandschutz im Krankenhaus, etc..
Tagungsort: Hotel Mercure, Hermannstrasse 214/216, 12049
Berlin-Neukoelln, 9.00 – ca. 14.00 Uhr
Teilnahmegebuehr: 45,-- DM (23 Euro), die Teilnehmerzahl ist
begrenzt
Anmeldung: 030 / 7562-1444 (Frau Ehlig) oder 030 / 264960-19
(Herr Spier)
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Kontaktadressen / weitere Informationen / Anregungen:
AMD TÜV-Medizintechnik, Antonius Spier (Redaktionsleitung)
Alboinstr. 56, 12103 Berlin
Tel.: 030 / 7562-1919 Fax: 030 / 7562-1922
Internet: http://www.amd-gmbh.de;
E-mail: a.spier@amd-gmbh.de
MediVision GmbH, Wolfgang Menke
Berchtesgadener Str. 26, 10825 Berlin
Tel: 030 / 787 02 813, Fax: 030 / 787 02 812, E-mail:
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Fachlicher Beirat: Manfred Kindler,
Hans-Joachim Pieper,
Dr. Juergen Nippa,
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