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Mit freundlicher Genehmigung der MediVision GmbH
Berlin. Ohne Gewähr und Haftung.
Inhalt der Ausgabe Nr. 1/2005:
1. Pflegebetten:
Immer noch erschreckende Mängel
2. Ultraschalldiagnostik:
Nebenwirkungen bei Sono unwahrscheinlich
3. Innovation:
Beschichteter Ballon zur Behandlung von Stenosen
4. Gesundheitsökonomie:
Herz/Kreislauf bei den Kosten führend
5. Dialysetechnik:
Restrisiken durch Blutverlust und Luftembolie
6. Unternehmen:
Carl Zeiss Meditec hat Auge auf IOLTECH geworfen
7. Traurige
Chronistenpflicht: Mehrere Pioniere der Medizintechnik
verstorben
8. Rückblick
mit Ausblick: Kostenfreie Broschüre zur Geschichte und Zukunft
der Medizinprodukte
Viele Pflegebetten weisen
immer noch erschreckende Mängel auf
Gefahr zwar erkannt – aber noch nicht gebannt
Im ihrem Editorial „Außer Spesen nichts gewesen?“ geht die
Novemberausgabe 2004 (Ausgabe 13) des Newsletters
„Medizintechnische Praxis“ auf die immer noch zahlreichen
und teilweise schwerwiegenden Mängel ein, die sachverständige
Überprüfungen und Auswertungen vor einiger Zeit ergeben haben.
Diese betreffen sowohl die elektrische als auch die mechanische
Sicherheit, vor allem die Stromzuleitung, den
Feuchtigkeitsschutz und die Seitengitter. Nach den Ausführungen
von Dipl.-Ing. Sören Schroll, der kürzlich die Ergebnisse von
Stichprobenüberprüfungen von AMD TÜV Medizintechnik in einer
Pflegezeitschrift vorstellte (einzusehen unter www.medizintechnikportal.de),
deuten die Menge und die Schwere der trotzdem festgestellten
Sicherheitsprobleme darauf hin, dass bei den Ausführenden wohl
teilweise die notwendige Fachkunde und/oder Sorgfalt gefehlt
hat.
Auch wird in dem Beitrag nochmals deutlich darauf hingewiesen,
dass Pflegebetten Medizinprodukte sind, bei welchen
patientenbezogene Funktionen eine wesentliche Bedeutung für die
Sicherheit haben. Daher können wiederkehrende elektrische Überprüfungen
nach den Arbeitsschutzvorschriften allein nicht ausreichend
sein. Diese können Verantwortliche und Betroffene sogar in
falscher Sicherheit wiegen.
Hinweis: Ein Exemplar der Ausgabe 13 des Newsletters
„Medizintechnische Praxis“ kann als kostenfreies Muster beim
Verlag MediVision GmbH angefordert werden (siehe Impressum).
Gemeinsame Stellungnahme
von Ärzten und Ingenieuren
Nebenwirkungen sind bei der Sonographie in der Regel nicht zu
erwarten
Mit den in der Diagnostik verwendeten Schallintensitäten sind
nach einem gemeinsamen Papier von DGBMT, DEGUM und Deutscher Röntgengesellschaft
Nebenwirkungen im allgemeinen nicht zu erwarten. Untersuchungen
mit Kontrastmitteln und mittels Duplexsonographie unter
Zuschaltung des Spektraldopplers müssen allerdings gesondert
betrachtet werden (eine sehr informative Broschüre dazu gibt es
kostenfrei unter www.vde.com).
Neues Verfahren zur Behandlung
von Stenosen
Beschichteter Ballon soll beschichtete Stents überflüssig
machen
An mehreren deutschen Kliniken wird derzeit ein neues Verfahren
zur Behandlung von Gefäßverengungen erprobt. Dazu wird der zur
Aufdehnung einer Gefäßstenose ohnehin erforderliche Ballon
eines Katheters mit dem onkologischen Medikament Paclitaxel
beschichtet, welches beim Kontakt mit der Arterienwand abgegeben
wird und auf diese Weise Re-Stenosen verhindern soll.
Herz/Kreislauf verursacht die
meisten Kosten
Die Pumpe und die Gefäße sind uns lieb und teuer
Nach einer Meldung des Statistischen Bundesamtes wird im
Gesundheitswesen jeder sechste Euro für
Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgegeben, was absolut einem Betrag
von etwa 36 Milliarden Euro pro Jahr entspricht. Auf den Plätzen
zwei und drei folgen Krankheiten des Verdauungssystems und des
Muskel-Skelett-Systems.
Anmerkung: Für die sich immer mehr Gehör verschaffenden
Verfechter einer „Gesundheitswirtschaft“ sollte man dabei
nicht so sehr die Kosten im Auge haben, sondern vor allem auch
die wirtschaftlichen Chancen sehen. Da das propagierte
„gesundheitsökonomische Perpetuum mobile“ der Redaktion
doch reichlich suspekt erscheint, bleibt sie in diesem Kontext
doch lieber beim Begriff Kosten statt beispielsweise Umsatz.
Überwachungstechnik ist
nur begrenzt wirksam
Blutverlust und Luftembolie als Restrisiko der Dialyse
Das BfArM hat darauf hingewiesen, dass bei Dialysegeräten die
Schutzsysteme gegen einen Blutverlust in die Umgebung gemäß
dem Stand der Technik geräteabhängig eine begrenzte Wirkung
haben und somit grundsätzlich ein Restrisiko besteht. Im
Zusammenhang mit Blutverlusten im venösen Rücklauf
beispielsweise durch Rupturen im Blutschlauchset oder
Dislokalisationen der venösen Shuntnadel reicht der Druckabfall
im venösen Rücklauf technisch nicht unbedingt aus, um im
Einzelfall immer eine Alarmierung auszulösen, denn es handelt
sich zumeist um einen relativ langsamen Blutaustritt.
Das BfArM erhielt ferner bereits 2001 einige Meldungen über das
Auftreten von Luftschaum bzw. Luftblasen, welche die Luftfalle
passierten und nicht zu einer Alarmierung führten. Die
daraufhin vom beteiligten Hersteller eingeleiteten
Untersuchungen wiesen eine fehlerfreie Funktion der
Lufterkennungssysteme auch unter Verwendung verschiedener
Blutschlauchsysteme nach. Im Rahmen einer von einem Hersteller
beauftragten Studie wurde festgestellt, dass als Grenzwerte bei
Erwachsenen in der Regel ein Bolus von 5 ml bzw. eine
kontinuierliche Rate von 1,5 ml/min akzeptabel sind.
Fazit: Das BfArM weist darauf hin, dass somit der gegenwärtige
Stand der Technik einen bestimmten Betrag von Luftinfusionen
akzeptiert, der für Patienten zu keinem Risiko führt. Dieser
Lufteintrag kann auch optisch in den Blutschlauchsystemen
sichtbar sein (Einzelheiten: www.bfarm.de
unter Medizinprodukte).
Carl Zeiss Meditec erwirbt
Mehrheit an IOLTECH
Künstliche Linsen bringen die Aktionäre zum Grinsen
Der Anbieter von kompletten Systemen für die Ophthalmologie) im
Bereich Fehlsichtigkeit (Refraktion), Grauer Star (Katarakt), Grüner
Star (Glaukom) und Netzhauterkrankungen (Retina-Erkrankungen)
wird rund 63 Prozent der Anteile an der französischen
Augenchirurgie-Gesellschaft IOLTECH übernehmen, die vor allem
auf die Herstellung und den Vertrieb von Intraokularlinsen (IOL)
spezialisiert ist. Der Abschluss der Transaktion wird
voraussichtlich im Februar 2005 abgeschlossen sein. Ziel der
Carl Zeiss Meditec AG ist die vollständige Übernahme von
IOLTECH, die in einem zweiten Schritt vollzogen werden soll. Mit
dieser Akquisition kann die Carl Zeiss Meditec ihre weltweit
anerkannte Kompetenz auf dem Gebiet der Diagnostik und
Nachbehandlung von Augenkrankheiten mit den zur chirurgischen
Behandlung des Grauen Star gehörigen Implantaten (IOL)
kombinieren, wovon sich das Unternehmen deutliche
wirtschaftliche und strategische Vorteile verspricht
(www.meditec.zeiss.de).
Hinweis: Die Aktien der Carl Zeiss Meditec AG, die sich derzeit
zu etwa 28 Prozent in Streubesitz befinden, sind aufgrund der
hervorragenden Wachstumsaussichten für renditeorientierte
Anleger mit längerfristigen Zielen sehr interessant.
Professor Dr. Otto Anna, Sir Godfrey
N. Hounsfield und Eberhard Roos
Drei Pioniere der Medizintechnik im Jahre 2004
verstorben
Professor Dr. Otto Anna, mehrere Jahrzehnte Leiter des Instituts
für Biomedizinische Technik und Krankenhaustechnik an der
Medizinischen Hochschule Hannover MHH und im Nebenamt viele
Jahre auch deren Technischer Direktor, ist am 26. August 2004 im
Alter von 72 Jahren verstorben. Der gelernte und studierte
Elektrotechniker Professor Anna hat als Wissenschaftler und
Praktiker die Entwicklung der Krankenhaustechnik in Deutschland
entscheidend geprägt. Seine Erfahrungen und Ergebnisse haben
Eingang in zahlreiche Normen und Verordnungen gefunden. Neben
zahlreichen anderen wichtigen Arbeiten stammen von Professor
Anna auch wegweisende Publikationen zur Verbesserung der
Sicherheit der Medizintechnik im Krankenhaus. Ein ausführlicher
Nachruf mit einer Würdigung seines Lebenswerkes findet sich im
Portal der Wissenschaftlichen Gesellschaft für
Krankenhaustechnik, deren Gründungspräsident er von 1979 bis
1988 war (www.wgkt.de).
Auch der Erfinder des Röntgen-Computertomographen CT, Sir
Godfrey N. Hounsfield ist im August 2004 verstorben. Der
Elektroingenieur war der „Vater“ des 1973 von der englischen
Computerfirma EMI auf den Markt gebrachten Schädelscanners und
war danach auch noch wesentlich an der Weiterentwicklung zum
Ganzkörpertomographen beteiligt. Dafür erhielt er 1979
zusammen mit dem Physiker Allen M. Cormack den Nobelpreis für
Medizin. Mit der Hounsfield-Einheit, mit welcher die Schwächung
von Röntgenstrahlung beim Durchgang durch das Gewebe
beschrieben wird, ist sein Name in der Medizintechnik verewigt.
Nach einer Mitteilung im Dezemberheft der Fachhandelszeitschrift
„Medizin-technischer Dialog“ MTD (12/2004, S. 99) ist der
langjährige Sachverständige für Medizintechnik Eberhard Roos
am 28. Oktober 2004 im Alter von 78 Jahren verstorben. Herr Roos
war viele Jahre bei elektromedizinischen Unternehmen wie
Berchtold und Martin tätig. Als Sachverständiger war er vor
allem auf seinem Spezialgebiet der Hochfrequenzchirurgie überregional
tätig und anerkannt. Auf diesem Gebiet war er auch ein sehr
gefragter Referent für Fortbildungsveranstaltungen und
Anwenderschulungen. Auch war er Mitautor eines seit 1969 in
mehreren Auflagen erschienenen Buches „Elektrotherapie in der
Zahnheilkunde“, einem „Klassiker“ der angewandten
Medizintechnik (Einzelheiten siehe z.B. www.amazon.de).
Neue Broschüre: Geschichte
und Trends der Medizintechnologie
Der BVMed gibt mit der neuen Publikation einen Überblick über
die historische Entwicklung der Medizintechnologie anhand ausgewählter
Produkt- und Therapiebereiche wie u.a. „Chirurgische
Instrumente und Krankenhausartikel“, „Untersuchungs- und
OP-Methoden“ sowie „Enterale Ernährung“. Beispiele für
Medizintechnologien der Zukunft, die ausführlich beleuchtet
werden, sind u.a. Tissue Engineering, Nanomedizin,
minimal-invasive chirurgische Technologien, hochentwickelte
biomedizinische Werkstoffe, Vernetzung von
medizintechnologischen Produkten und Krankenhaussystemen durch
Informationstechnologien sowie Telemedizin.
Hinweis: Die farbige, 28-seitige Broschüre kann kostenfrei beim
BVMed, Reinhardtstr. 29 b, 10117 Berlin, info@bvmed.de,
bezogen werden. Sie kann auch unter www.bvmed.de/publikationen
heruntergeladen werden.
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Beachtung üblicher journalistischer Grundsätze über aktuelle
Entwicklungen der Technik in der Medizin informieren, soweit
diese für insbesondere für Medizintechniker und
Mediziningenieure von Interesse sind. Dazu gibt es Nachrichten
und Auffassungen wieder, die nach Überzeugung der Redaktion den
Tatsachen entsprechen und objektiv begründet sind. Trotz gründlicher
Recherchen und sorgfältiger Bearbeitung sind Fehler nicht
auszuschließen und Irrtümer vorbehalten. Kritik und Anregungen
werden gerne entgegen genommen und bei den weiteren Ausgaben berücksichtigt.
Für den Inhalt verlinkter Seiten kann und soll keine
inhaltliche Verantwortung übernommen werden
Redaktion:
Wolfgang Menke (verantwortlich)
Antonius Spier
Beirat:
Max Heymann
Manfred Kindler
Sören Schroll
Verlag:
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