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Medizinprodukte-Telegramm (3/2008)

Mit freundlicher Genehmigung der MediVision GmbH Berlin. Ohne Gewähr und Haftung.


Medizinprodukte-Telegramm (3/2008)
 
aktuell + + + unabhängig + + + kostenfrei
(Archiv und Anmeldung: http://www.medizintechnikportal.de/mailing.htm)

Erscheinungsdatum: 23. Dezember 2008
Auflage: 3.878 Exemplare

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Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
hiermit erhalten Sie die letzte Ausgabe unseres Newsletters in diesem Jahr, dessen Zusendung wir mit den besten Wünschen für ein frohes Weihnachtsfest sowie ein glückliches und  gesundes neues Jahr 2009 verbinden.

Ihr Redaktionsteam     


INHALTSÜBERSICHT

1. EU-Richtlinien: Überarbeitung verschieben
2. Betreiberverordnung: MTKs bei Hilfsmitteln
3. Aufbereitung: AGMP-Empfehlung
4. Solarien: Gravierende Mängel
5. Ultraschall: Strengere Kontrollen
6. Neuerscheinung: Technische Hilfen im Alter
7. Nachruf: Zur Erinnerung an Max Heymann


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VORSCHRIFTEN

+ + + EUROPÄISCHES MEDIZINPRODUKTERECHT: EU-Kommissar Verheugen soll Überarbeitung verschieben + + +

Die Industriefachverbände BAH, BPI, BVMed, SPECTARIS, VDDI und VDGH haben EU-Kommissar Günter Verheugen in einem gemeinsamen Schreiben aufgefordert, das geplante Gesetzgebungsverfahren zum „MDD Recast" für mindestens zwei Jahre zurückzustellen. „In dieser Zeit sollte das Hauptaugenmerk auf die korrekte Implementierung der Änderungsrichtlinie 2007/47/EG in nationales Recht gerichtet werden", so BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt. Diese hat nach Auffassung der Medizintechnikindustrie teilweise erhebliche Mehrbelastungen zur Folge, beispielsweise durch die Einführung des Konsultationsverfahrens für Hersteller aktiver Implantate, die zu stark erhöhten Zulassungskosten und zu einer drastischen Verlängerung der Zulassungszeiten führe. Auch könne der Termin für die nationale Umsetzung der Änderungs-Richtlinie 2007/47/EG in den meisten Mitgliedstaaten, darunter auch in Deutschland, nicht eingehalten werden.


+ + + BETREIBERVERORDNUNG: Messtechnische Kontrollen bei Hilfsmitteln + + +

Messtechnische Kontrollen sind nach der Verlautbarung der Spitzenverbände der Krankenkassen nur erforderlich, sofern Messungenauigkeiten das Therapieziel maßgeblich beeinflussen können. Dies trifft nach Auffassung der Spitzenverbände für den Hilfsmittelbereich grundsätzlich nicht zu. Diese Ausführungen der Spitzenverbände können so nicht geteilt werden, und zwar weder die rechtlichen Aussagen noch die inhaltlichen Begründungen. Wären die Annahmen der Spitzenverbände richtig, würde sich zudem die Frage stellen, ob für solche Messgeräte überhaupt eine Leistungspflicht der Krankenkassen bestehen kann, wenn sie den Erfolg einer Krankenbehandlung nicht hinreichend sichern. In der Tat hat bei einer Eigenmessung, anders als beispielsweise in einer Arztpraxis, die Reproduzierbarkeit im Vergleich zur absoluten Genauigkeit eine relativ große Bedeutung. Daraus aber schließen zu wollen, dass Messungenauigkeiten für die Erreichung des Therapieziels im Hilfsmittelbereich nicht maßgeblich sind, würde den tatsächlichen Gegebenheiten nicht gerecht (zusammenfassender Auszug aus W. Menke, M. Kindler: „Änderungen des deutschen Hilfsmittelrechts" in der 2. Ergänzungslieferung des Loseblattwerkes Medizinproduktegesetz - MPG, ecomed-Verlag, Juli 2008).
  
Gemeinsame Verlautbarung der Spitzenverbände der Krankenkassen:
http://www.ikk.de/ikk/generator/ikk/fuer-medizinberufe/hilfs--und-pflegehilfsmittel/84288.pdf

 
+ + + AUFBEREITUNG: Neue nationale Empfehlung der AGMP + + +

Um in Zukunft eine bundesweit einheitliche Umsetzung des § 4 MPBetreibV zu gewährleisten, welche bis dahin auch durch unterschiedliche Interpretationen der RKI-BfArM-Empfehlung erschwert war, hat die Arbeitsgruppe Medizinprodukte der Länder (AGMP) die Rahmenbedingungen für ein einheitliches Verwaltungshandeln formuliert. Im Mittelpunkt stehen dabei die Anforderungen an die Aufbereitungseinheiten und an das mit der Aufbereitung beauftragte Personal.
Die Ergebnisse sind in fünf Übersichten zusammengefasst worden:
- Aufbereitungseinheiten für Medizinprodukte,
- erforderliche Sachkenntnis,
- Prozessvalidierung,
- Betrieb von Reinigungs- und Desinfektionsgeräten sowie
- Betrieb von Dampf-Kleinsterilisatoren.

Empfehlung für die Überwachung der Aufbereitung von Medizinprodukten der AGMP:
http://www.zlg.de/download/MP/Empfehlg_.pdf


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GESUNDHEITSSCHUTZ

+ + + SONNENSTUDIOS: Schwerwiegende Mängel trotz Zertifikat + + +

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat bei der Kontrolle von 100 der insgesamt etwa 800 freiwillig zertifizierten Sonnenstudios in Deutschland gravierende Mängel festgestellt. Nahezu alle der untersuchten Sonnenstudios haben Defizite bei mindestens einem der Kriterien, welche die Verbraucher vor den gesundheitsschädlichen Auswirkungen von UV-Strahlung schützen sollen. Bei der Überprüfung zeigten sich vor allem in der Kundenberatung, der Aufstellung eines detaillierten Besonnungsplans sowie der Einhaltung der strikt vorgeschriebenen Erstbestrahlungsdosis eklatante Mängel. Auf die geltenden Ausschlusskriterien wurde nur vereinzelt hingewiesen. Die Ergebnisse der Prüfung unterstreichen nach Auffassung der Behörde erneut die Notwendigkeit der geplanten gesetzlichen Regelung des Betriebs von Solarien.
Derzeit wird im Rahmen des Umweltgesetzbuches ein generelles Solarienverbot für Kinder und Jugendliche vorbereitet.
Auf Verordnungsebene sollen weitere technische und personelle Anforderungen für den Betrieb von Solarien folgen. 

Pressemitteilung des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) vom 25.11.2008:
http://www.bfs.de/de/bfs/presse/pr08/pr0822.html


QUALITÄTSSICHERUNG

+ + + Sonografie: Strengere Richtlinien für niedergelassene Ärzte + + +

Die Vereinbarung zur Ultraschalldiagnostik aus dem Jahr 1993 wurde vor dem Hintergrund der medizinisch-technischen Entwicklung und festgestellter Qualitätsdefizite bei der Untersuchungstechnik und der Dokumentation neu gefasst. Eine Abnahmeprüfung vor Inbetriebnahme und regelmäßige Konstanzprüfungen sind ähnlich wie bei Röntgenanlagen in Zukunft vorgesehen. Ferner prüft eine Qualitätssicherungskommission der KV alle vier Jahre die sonografierenden Ärzte, welche an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen und ambulant erbrachte Ultraschall-Leistungen gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen.  

Artikel zur neuen Ultraschall-Vereinbarung im Deutschen Ärzteblatt:
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&id=62489
und http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=&id=62564

Hinweise zur Ultraschall-Vereinbarung bei der Kassenärztlichen Vereinigung:
http://www.kbv.de/Ultraschall.html


NEUERSCHEINUNG

+ + + Ambient Assisted Living (AAL): Technische Unterstützung im Alter  + + +

Ältere Menschen wollen solange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung wohnen bleiben, auch wenn gesundheitliche Beeinträchtigungen vorliegen. Unter dem Begriff „Ambient Assisted Living“ (AAL) werden seit einigen Jahren Konzepte, Produkte und Dienstleistungen mit dem Ziel entwickelt, Alltagsgegenstände und das soziale Umfeld der Anwender miteinander zu vernetzen. Dabei werden der Erhalt und die Förderung der Selbständigkeit älterer bzw. hilfsbedürftiger Menschen sowie die Bereitstellung von Hilfs- und Unterstützungsangeboten im häuslichen Bereich angestrebt. Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) ist bei der technischen Entwicklung und Integration verschiedener Bereiche eine Schlüsseltechnologie. In Deutschland gibt es noch keinen etablierten Markt für AAL-Produkte und -Dienstleistungen. Heute findet man eher Einzel-Anwendungen, vor allem in den Bereichen Telemedizin und Haushaltstechnik. Es wird erwartet, dass sich der AAL-Markt in den nächsten vier bis fünf Jahren zu einem eigenständigen Teilmarkt
entwickelt (Einzelheiten siehe Band 17 der FAZIT-Schriftenreihe: Ambient Assisted Living, MFG-Stiftung Baden-Württemberg, Stuttgart, 2008).  

Download FAZIT-Schriftenreihe Band 17: Ambient Assisted Living
http://www.fazit-forschung.de/uploads/secure/mit_download/FAZIT-Schriftenreihe_Band_17.pdf


NACHRUF

+ + + Zur Erinnerung an Max Heymann + + +

Am 6. November ist Max Heymann im Alter von 75 Jahren an den Folgen einer schweren Krankheit verstorben. Eigentlich hatten wir gehofft, ihn wie nahezu jedes Jahr am KKC-Stand auf der MEDICA sehen zu können, aber das hat nicht mehr sein sollen. Max Heymann war von Anfang an Beirat dieses Newsletters und bei anderen Veröffentlichungen auch als Autor und Herausgeber tätig. Wissen gepaart mit Können, Umsetzungswillen und Durchhaltevermögen verbunden mit rheinischer Lebensart und viel Humor, das waren die Grundlagen für ein gewaltiges Lebenswerk. Max Heymann hat in einzigartiger Weise drei Eigenschaften in sich verkörpert: Er war in einer Person Visionär, immer voller Ideen zur Verbesserung des Gesundheitswesens, Stratege mit immer einem Plan für die erfolgreiche Umsetzung und auch Macher, der die Ärmel hochgekrempelt und losgelegt hat. Auch in viele Produkte unseres Verlages sind seine Ideen eingeflossen, unsere Arbeit hat er immer sehr wohlwollend begleitet und gefördert. Als Kollegen und als Menschen haben wir Max Heymann sehr geschätzt. Seine freundschaftliche Unterstützung und sein Optimismus werden uns sehr fehlen, seine zuvorkommende Art und sein freundliches Wesen werden wir vermissen.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Frau und seinen Kindern.
Wir sind Max Heymann sehr dankbar und werden die gemeinsamen Projekte in seinem Sinne fortführen.               

Nachruf auf Herrn Max Heymann, Fachverband Röntgentechnik in Deutschland (FRD):
http://www.frd-roentgen.de/inhalt/Nachruf.html

Hinweis: Weitere Nachrufe, darunter auch vom Krankenhaus Kommunikations Centrum KKC, sind im Dezemberheft der Fachzeitschrift "Krankenhaus Technik + Management" abgedruckt.


TERMINE

22. Januar 2009, Berlin
Innovationen in der Medizintechnik:
 Von der Entwicklung zum Patienten (Symposium)
http://www.mig.tu-berlin.de/ehti/workshop

25. März 2009, Nürnberg (LGA)
Sicherer Umgang mit Medizinprodukten im Altenpflegeheim (Seminar),
Rechtliche Anforderungen an Betreiber und Anwender und praktische Umsetzung
http://lga.de/tuv/de/seminare/09489_F09_799_sicherer_umgang_medizinprodukte_altenpflegeheim.shtml

26. März 2009, Nürnberg (LGA)
MPG-Beauftragter für den ambulanten Pflegedienst (Seminar),
Grundlagen und Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen für Betrieb und Anwendung von Medizinprodukten
http://lga.de/tuv/de/seminare/09480_F09_799_mpg_beauftragter_ambulanter_pflegedienst.shtml

28. April bis 1. Mai 2009, München
HUMANITÄT DURCH TECHNIK (Kongress)
126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH)
http://www.chirurgie2009.de/

Humanität und Technik in der Chirurgie – kein Widerspruch
Technikgestützte Systeme in der Chirurgie aus Deutschland sind weltweit ganz vorne. Zwischen Lasertechnik oder Robotik stehen Chirurgen jedoch täglich vor der Herausforderung, Mensch und Menschlichkeit nicht aus den Augen zu verlieren. „Humanität durch Technik“ ist deshalb Motto des 126. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) kommendes Jahr in München. Präzise und hochkomplexe Medizintechnik gehört heutzutage in den Operationssaal wie Tupfer und Skalpell. Sie ist aus keinem Fachgebiet der Chirurgie mehr wegzudenken – und das ist auch gut so, betonte Professor Dr. med. Volker Schumpelick, Präsident der DGCH aus Aachen vorab auf einer Pressekonferenz der DGCH in Berlin: „Es wäre doch unmenschlich, den Patienten die Errungenschaften modernster Techniken vorzuenthalten“, so der Direktor der Chirurgischen Klinik und Poliklinik an der Universität Aachen. „Sie erhöht die Sicherheit und oftmals auch die Heilungschancen der Patienten.“ Dennoch sei Technik immer nur Instrument des Chirurgen, niemals Selbstzweck, so der Tagungspräsident des DGCH-Kongresses 2009, der vom 28. April bis 1. Mai 2009 in München stattfinden wird.

18. bis 21. November 2009, Düsseldorf
MEDICA 2009
Internationale Fachmesse mit Kongress
Weltforum der Medizin
http://www.medica.de

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