Über das Gute und das Böse

von Ingo Nöhr

Ingo Nöhr zum 1. Juni 2022

Unser neuer FDP-Finanzminister war mit dem Versprechen eines Sparhaushalts angetreten. Jetzt haben wir einen Haushalt von einer halben Billion Euro mit 140 Milliarden Neuverschuldung. Überall sprudeln plötzlich die Geldquellen, besonders im militärischen Sektor. Rüstungsindustrie und Ölkonzerne leben im Goldrausch. Überhaupt beobachten die beiden Krankenhausrentner eine gewisse Brutalisierung in der Welt: ein Duma-Abgeordneter schlägt vor, einen der vielen Präsidentenbesucher in Kiew nach Moskau zu entführen, ein anderer stellt den Antrag auf die Einführung der Todesstrafe für Kriegsgefangene. Die USA liefert weitreichende Raketen in die Ukraine, Russland kontert mit Hyperschallraketen. Ein 18jähriger kauft sich in Texas ein Schnellfeuergewehr und erschießt in einer Schule 19 Kinder, während die Polizei fast eine Stunde vor dem Klassenzimmer wartet. Überall lauert das Böse, aber wo bleiben die Guten?

Hallo Ingo, wie geht es dir heute in diesem weltweiten Chaos? Ich habe eine gute Nachricht für dich: meine Verzweiflung über den Zustand der Menschheit hat sich etwas gelegt, dank deines Ratschlages, keine aktuellen Nachrichten mehr zu verfolgen und mehr gute Bücher zu lesen. Ich habe festgestellt, dass es doch noch eine Menge guter Dinge in der Welt gibt, seit ich mich mehr um meinen Garten kümmere. Die dortige Natur wartet weiterhin mit wundervollen Erscheinungen auf, völlig unbeeinflusst von den Katastrophenwarnungen ringsherum.

  • Mein lieber Jupp, das freut mich aber wirklich für dich. William Shakespeare hat etwas Wichtiges festgestellt: „An sich ist nichts weder gut noch böse. Das Denken macht es erst dazu.“ Und das Denken wird heutzutage leider extrem durch Propaganda beeinflusst. Goerge Orwell hat in seinem Klassiker !984 eindrucksvoll beschrieben, wie das funktioniert: „All der Krieg-Propaganda, all das Geschrei und die Lügen und der Hass kommt immer nur von Leuten, die nicht kämpfen müssen. … Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.“

Sein Buch ist in Belarus längst verboten. Er hat es ja vor über siebzig Jahren veröffentlicht, aber augenscheinlich haben wir nichts daraus gelernt. Ich konnte leichten Herzens auf die täglichen Nachrichten verzichten, als auf allen Kanälen die militärischen Meldungen auftauchten, Generäle die Strategien und Schlachtpläne diskutierten und unsere Politiker die Zeitenwende mit einem neuen Schuldenberg von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehraufrüstung einleiten. Heutzutage wird das ja im Orwellschen Neusprech als „Sondervermögen“ bezeichnet, als ob wir mit dieser gigantischen Geldverschwendung für absolut destruktive Anschaffungen unser „Vermögen“ aufstocken würden. Albert Einstein hat uns immer gewarnt: „Die Massen sind niemals kriegslüstern, solange sie nicht durch Propaganda vergiftet werden. Wir müssen sie gegen Propaganda immunisieren!“

  • Mein lieber Jupp, da stellt sich doch die einfache Frage, wer soll uns immunisieren? Die regierenden Politiker sicherlich nicht, denn das hieße ja, den Bock zum Gärtner zu machen. Die Oppositionsparteien haben in der gegenwärtigen Stimmung gerade einen schlechten Stand und viele Wähler verloren. Die Wirtschaft macht in Krisenzeiten meistens glänzende Geschäfte. Wir werden bald wieder Rekordbilanzen erleben. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt für dieses Jahr soll laut DIW-Prognose trotz der großen Herausforderungen um 3,0 % steigen.

Klar der Kapitalismus war schon immer der große Kriegsgewinner. Aber eigentlich vertreten wir ja das christliche Abendland mit seinen ethischen Grundsätzen. Die großen Kirchen als ehemalige Moralinstanzen sind aber leider seit Jahren mit ihren Missbrauchsskandalen und massivem Mitgliederschwund intern beschäftigt. Nein halt, Papst Franziskus hatte kürzlich das Militärbündnis NATO kritisiert: dessen Präsenz in Nachbarländern Russlands habe die russische Invasion „vielleicht erleichtert“. Womöglich habe „das Bellen der Nato an Russlands Tür“ für eine Eskalation des Konflikts gesorgt. Da rauschte aber gleich von allen Seiten eine Empörungswelle heran.

  • Laut Orwell bleibt nur noch eine Gruppe übrig: eine starke und unabhängige Presse: „Journalismus ist etwas zu veröffentlichen, was andere nicht wollen, dass es veröffentlicht wird. Alles andere ist Propaganda.“ Aber da sehe ich, von kleinen Ausnahmen abgesehen, kaum noch eine seriöse, kompetente und wertneutrale Berichterstattung in den großen Medien.

Du hast recht, Ingo: die Bevölkerung ist sich im Großen und Ganzen einig: wir sind die Guten und müssen der Ukraine gegen die bösen Russen helfen. Dazu müssen wir auch mal unsere Prinzipien über Bord werfen, denn wie Stephen King meint: „Es ist besser gut als böse zu sein, aber manchmal erreicht man Gutes nur zu einem erschreckend hohen Preis“, wie die Grünen entsetzt feststellen.

  • Jupp, die Guten und großen Helden findest du meistens in der Literatur.

Gute Idee, Ingo, ich habe ja deinen Rat beherzigt und gelesen. Einen Wälzer von 1680 Seiten mit 257 Kapiteln: Krieg und Frieden von Leo Tolstoi. Er hat mich sehr beeindruckt und ich habe unglaublich viel über die Weltgeschichte gelernt. Mir schwirrt der Kopf noch von den Hundertschaften der handelnden Personen.  Tolstois Werk ist weiterhin aktuell, denn er schreibt: „Es gibt Menschen, die ein Stück Land ‚Mein‘ nennen, und dieses Land nie gesehen und betreten haben. Die Menschen trachten im Leben nicht danach, zu tun, was sie für gut halten, sondern danach, möglichst viele Dinge ‚Mein‘ zu nennen.“ Und Tolstoi könnte sich direkt mit Putin getroffen haben: „Die meisten Menschen, die man böse nennt, wurden deshalb so, weil sie ihre schlechte Laune für einen berechtigten Zustand ansahen.“ Und weiter: „Es ist sehr leicht zu wissen, was Gut und Böse an sich bedeuten. Menschen aber, die Gut und Böse durcheinander gebracht haben, können dies nur sehr schwer entscheiden.“

  • Mensch Jupp, ich gratuliere dir zu dieser Leseleistung. Da bist du ja ein regelrechter Experte für die russische Geschichte geworden und auf dem Weg zu einem „Putinversteher“. Das bringt mich auf eine Idee, die wir in ähnlicher Weise schon im Februar umgesetzt haben: Wir simulieren jetzt ein Streitgespräch zwischen dem guten Westler und dem bösen Putin. Dir ist doch klar, welche Rolle du übernimmst, oder?

Ja, Ingo, das dürfte interessant werden. Du wirst also dann den Standpunkt von Voltaire vertreten: Alles wendet sich zum Besten in der besten aller möglichen Welten. Auf geht’s.

  • Also, Herr Putin, die Sowjetunion hat 1945 angesichts der zivilisatorischen Katastrophen zweier Weltkriege die Charta der Vereinten Nationen unterzeichnet, sogar als UN-Gründungsmitglied. Dieses Vertragswerk beinhaltet die fundamentalen Regeln des Völkerrechts, darunter das Gewaltverbot. Es gibt zwei Ausnahmen: Nach Artikel 42 ermächtigt Sie der Weltsicherheitsrat zu „robusten Maßnahmen“ oder nach Artikel 51 haben Sie bei einem Angriff das Recht zur Selbstverteidigung. Beides trifft aber für Ihren Angriffskrieg nicht zu: 104 Mitglieder der UN-Vollversammlung haben sie aufgefordert, den Krieg sofort zu beenden und Sie wurden auch nicht von der Ukraine angegriffen.

Geschätzter verblendeter NATO-Vertreter, für mich sieht die Situation anders aus. Es geht hier nicht um die Ukraine allein, sondern um die Weltherrschaft der USA. Die NATO verfolgt konsequent ein Drehbuch der amerikanischen und westlichen Russland-Politik, welches der Politikberater Zbigniew Brzezinski 2002 in seinem Buch „Die einzige Weltmacht – Amerikas Strategie der Vorherrschaft“ formuliert hat. Als Supermacht müsse die USA ihr Potenzial nutzen und für eine globale Sicherheitsordnung jede störende Macht neutralisieren, nämlich in Eurasien Russland. Die Herauslösung der Ukraine würde Russland zu einer ungefährlichen Regionalmacht abstempeln. Ihre Außenministerin Baerbock erklärte kürzlich, man müsse Russland durch die Sanktionen ruinieren. Das betrachten wir als Angriff.

  • Aber Herr Putin, das berechtigt Sie ja nicht zu einem Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Wir führen keinen Angriffskrieg, sondern eine militärische Spezialoperation in einer Region, die schon seit Urzeiten das russische Kernland ist und in der die russische Bevölkerung von einer nationalsozialistischen Regierung unterdrückt wird. Seit dem 18. Jahrhundert befindet sich unser Hauptstützpunkt für die russische Schwarzmeerflotte auf der Krim. Wir mussten in unserem Interessengebiet umgehend den Zugang zum Meer freihalten, nachdem die NATO deutliche Bestrebungen zeigten, uns vom Schwarzen Meer abzuschnüren.

  • Momentmal, Herr Putin: Die Ukraine ist seit 1991 ein souveräner Staat, nach einem Referendum mit 90% Zustimmung der Bevölkerung. Das Minsker Abkommen haben Sie mit einem unabhängigen Staat unterzeichnet.

Das zweite Abkommen von Minsk hat ja nie funktioniert. Wir mussten unsere russische Bevölkerung in Lugansk und Donezk schützen, die von der ukrainischen Regierung massiv unterdrückt und sogar bekämpft wurde. Den Regierungsclown Selenskyi haben Sie zum guten Helden hochstilisiert, aber der Westen verschweigt penetrant seine Verbindungen zu den Nazi-Gruppen und Provokationen mit deren Vertretern.

  • Ich will ja nicht abstreiten, dass vereinzelt rechtsnationale Aktionen passiert sind, aber die gesamte gewählte Regierung als Nazi-Regime einzustufen, da machen Sie sich weltweit lächerlich. Selenskyi ist jüdischen Glaubens und eine nationalsozialistische Regierungspolitik ist nicht erkennbar.

Sind Sie sicher, dass Sie über die Situation der russischen Bevölkerung in der Ostukraine wahrheitsgemäß unterrichtet werden? Aber nochmals: wir wurden ungewollt in einen Stellvertreterkrieg mit den USA hineingezogen, als wir in der Ukraine nur für Ordnung sorgen wollten. Die Amerikaner wollen mit ihrem Eingreifen bewusst ein gutes Verhältnis von Europa mit Russland sabotieren. Dahinter steht reine Machtpolitik.

  • Herr Putin, Sie haben die russische Machtpolitik mehrmals öffentlich verkündet: die weitgehende Wiederherstellung des Sowjetimperiums, welches auch das Baltikum und Polen einbezieht.

Ihre Propaganda hat sie blind für die Realitäten gemacht, denn sie blendet den politischen und geostrategischen Kontext des gegenwärtigen Konfliktes komplett aus. Ihre Presse berichtet nur auf der Basis der Verlautbarungen der NATO, der USA und der Ukraine. Unsere Interessen an einer stabilen Grenze und Pufferzone zum Raubkapitalismus des Westens werden aber seit Jahrzehnten ignoriert und durch die ständigen NATO-Erweiterungen massiv verletzt. Seit der Auflösung der Sowjetunion hat sich die NATO zehn neue Nachbarländer Russlands einverleibt, Schweden und Finnland stehen kurz vor dem Beitritt, an unseren südlichen Grenzen werden fünf weitere Länder angeworben. Sie umzingeln mein Staatsgebiet und rüsten an den Grenzen militärisch auf. Wir fühlen uns zunehmend in der Existenz bedroht und den NATO-Raketen an unseren Grenzen schutzlos ausgesetzt.

  • Aber Herr Putin, das mag ja alles sein, aber Sie lenken wieder davon ab, dass Sie mit dem Einmarsch gegen das Völkerrecht verstoßen haben und nun in der Ukraine andauernd Kriegsverbrechen begehen. Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis und sie hat noch nie einen Angriffskrieg gestartet.

Sie messen mit zweierlei Maß. Durch Ihre Doppelmoral haben Sie nicht nur die Glaubwürdigkeit verloren, sondern schaffen auch einen idealen Nährboden für neue Gewalt. Darf ich Sie an die massiven Völkerrechtsbrüche der letzten Jahrzehnte durch die USA und NATO erinnern? Keine Angriffskriege? Jugoslawien, Irak, Syrien, Libyen – all diese Verstöße gegen die UN-Charta sind ungeahndet geblieben, obwohl Millionen an Toten zu beklagen waren. Wo bleiben die Anklagen gegen die US-Präsidenten als Kriegsverbrecher, zum Beispiel wegen der Tausenden von Drohnenmorden?

  • All diese möglichen Verstöße geben aber Russland nicht das Recht, die Ukraine anzugreifen.

Unsere Spezialoperation diente allein dem Schutz unserer neuen Volksrepubliken Donezk und Lugansk, nachdem die Gewährung einer Autonomie innerhalb der Ukraine von der Kiewer Regierung verweigert wurde. Vergessen Sie nicht, dass der Donbass-Konflikt 14.000 Tote gefordert hat, nachdem der damalige Machthaber Poroschenko für das faschistische Asow-Regiment Panzer und Artillerie in die Region geschickt hat. Jetzt mussten wir erneut eine geplante Offensive gegen unsere beiden Republiken abwehren.

  • Herr Putin, wir drehen uns im Kreis. Politische Provokationen rechtfertigen keinen Angriffskrieg, weder im Westen noch im Osten. Der Grund für die vielen Völkerrechtsbrüche in der Welt liegt auf der Hand: Recht ist das eine, Macht ist das andere. Nicht immer siegt die Stärke des Rechts, manchmal triumphiert leider die Macht des Stärkeren. Daher beenden wir jetzt besser unser Gespräch und arbeiten gemeinsam an einer diplomatischen Lösung, die für alle Seiten annehmbar ist.
  • Mein lieber Jupp, du hast dich aber sehr intensiv in deine Rolle als Putin hineinversetzt. Mir ist deutlich geworden, dass wir auf beiden Seiten nur gefilterte Informationen durchlassen. Die Propaganda ist augenscheinlich sehr wirkungsvoll und vermutlich werden die Historiker erst in den kommenden Jahrzehnten die wahren Geschehnisse und Ursachen aufdecken können.

Ja, Ingo, diese Streitgespräche sind eine gute Übung, die Welt auch einmal von einem anderen Standpunkt zu betrachten. Mir wird aber angst und bange, wenn ich die gegenwärtige Reaktion der massiven Aufrüstung mit Waffen betrachte. Diese unglaubliche Ressourcenverschwendung wird uns der Mittel berauben, die wir brauchen, um den Hunger in der Welt und die Klimaveränderungen zu reduzieren. Wir fallen wieder auf das Niveau der Steinzeitmenschen zurück: wer hat die größere Keule? Und dabei verschlingen uns langsam die Naturgewalten.

  • Mir macht es Mut, dass viele Menschen angesichts dieser drohenden Aufrüstungsspirale und der gewaltigen ungelösten Probleme zu neuem Nachdenken und kritischem Hinterfragen der politischen Strategien gelangen.

Ich hoffe, dass diese Erfahrungen zu einer weiteren disruptiven Zeitenwende führen, und zwar nicht zu einem nationalen Egoismus, sondern zu einer globalen Solidarität der Menschheit angesichts der weltweiten Not.

  • Und den Herren an den roten Knöpfen für die Atomsprengköpfe sollten endlich Albert Einstein ernstnehmen: „Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.“

Bis dahin lass uns beide friedlich wieder unser Bier genießen, bevor auch hier irgendwelche Engpässe die Preise explodieren lassen. Ein Prost auf die Guten in der Welt.

# # #

Am 30. Mai ist der Weltuntergang

(Die Lustigen Jungs 1954

Wie schön ist doch das Leben
Auf dieser bunten Welt
Wir können einen heben
So oft es uns gefällt
Das macht uns allen Spaß:
"Herr Ober, noch ein Glas!"

Am 30. Mai ist der Weltuntergang
Wir leben nicht mehr lang …

Doch keiner weiß, in welchem Jahr
Und das ist wunderbar
Wir sind vielleicht noch lange hier
Und darauf trinken wir!

Am 30. Mai ist der Weltuntergang
Wir leben nicht mehr lang …

Der Wirt "Zur blauen Schnecke"
ist wirklich sehr auf Draht

Da steht in einer Ecke:
"Pass auf, dein Ende naht
Jedoch bei Bier und Wein
Da schläfst du selig ein!"

Am 30. Mai ist der Weltuntergang
Wir leben nicht mehr lang …

Doch keiner weiß, in welchem Jahr
Und das ist wunderbar
Wir sind vielleicht noch lange hier
Und darauf trinken wir! Prost!

 

Der Anlass für das Lied "Am 30. Mai ist der Weltuntergang" war die erste Flächenbombardierung der Stadt Köln im 2. Weltkrieg. Sie richtete sich nicht gegen militärische Ziele, sondern gegen die Zivilbevölkerung. In der Nacht vom 30. Mai auf den 31. Mai 1942 wurde von der britischen Luftwaffe der "1.000-Bomber-Angriff" auf Köln geflogen - als Vergeltung für die Angriffe der Hitlerarmee auf London und Coventry. Das Lied mit der Melodie von Will Glahé und dem Text von Karl Golgowsky war in den 50iger Jahren ein "Gassenhauer" und ist bis heute im musikalischen Gedächtnis der KölnerInnen präsent.

Zurück

Einen Kommentar schreiben