Wo bleibt die Künstliche Intelligenz?

von Ingo Nöhr

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Die Corona-Pandemie wird wohl wie die alljährliche Grippe-Epidemie auf längere Zeit das Leben der Menschen bestimmen. Während die USA gerade traurige Rekorde mit 1.500 Coronatoten pro Tag erreicht hat, kann sich Deutschland bei etwa 10 Todesfällen pro Woche entspannen. Davon sind laut Robert-Koch-Institut 86% älter als 70 Jahre. Natürlich ein Grund für die beiden Pensionäre Ingo und Jupp, sich in ihrer Eckkneipe weiterhin Gedanken über die Coronakrise zu machen, insbesondere über die Situation in einigen besonders betroffenen Ländern.

  • Hallo Jupp, es geht schon wieder los. Kommen nicht endlich die besseren Zeiten nach den ständigen Katastrophennachrichten? Alle Verantwortlichen müssten doch nun eine Menge aus ihren Fehlern gelernt haben. Wo bleiben die neuen Ideen zur Pandemiebekämpfung? Viele Industrieländer haben noch nicht die erste Corona-Welle verkraftet, da bekommen wir in Europa durch Urlaubsrückkehrer und entfesselte Partyfans die zweite Woge mit. Dabei begann die Aprés-Corona-Zeit für uns so vielversprechend. Österreich sei jetzt das sicherste Urlaubsland der Welt, so pries Kanzler Sebastian Kurz seine Region an. Dazu wollte er ab Juli 65.000 Tests pro Woche für Mitarbeiter von Gastronomie und Tourismus durchführen, geschafft hat er bislang nur 9.000 Tests. Jetzt kämpft er mit den Horrormeldungen von neuen Hotspots und seine Gäste flüchten ins vermeintlich sichere Deutschland, wo sie am Flughafen gleich einem Coronatest unterzogen.

Aber zumindest trifft es sie nicht so hart wie die britischen Urlauber, die bei Ankunft zwangsweise in eine zweiwöchige Quarantäne geschickt werden. Wir blamieren uns gerade wieder mit einem Defekt der Corona-Warn-App, von der seit Wochen Millionen Deutsche mit Smartphones betroffen waren.

  • Nun ja, Jupp. Vielleicht findet der Wettbewerb in den drei Machtblöcken auch auf dem Gebiet der medizinischen Intelligenz statt? Immerhin haben China und Deutschland bei der Pandemie-Bewältigung wesentlich bessere Resultate als die USA erzielt. Und dies wohl ohne Eingriff einer KI. Übrigens nebenbei angemerkt: KI ist die falsche Übersetzung von Artificial Intelligence. Die CIA ist ja auch kein „intelligenter“ Geheimdienst, sondern eine Datensammel- und Auswertungsstelle. Intelligence ist beileibe nicht mit dem viel tiefer greifenden Wort Intelligenz gleichzusetzen.

Ja sicher, Ingo. Die Menschen in den fernöstlichen Ländern haben aus ihren früheren Pandemien gelernt und waren entsprechend schnell vorbereitet. Quarantäne, Maskenpflicht und Überwachung der Infektionsherde bedurften keiner Diskussion. Wir in Europa haben dagegen die Erfahrungen aus den vielen Seuchen ungenutzt verstreichen lassen und wurden von der Heftigkeit des Ausbruchs trotz etlicher Warnungen völlig überrascht.

  • Das wundert mich eigentlich, Jupp. Über Big Data-Analysen haben wir einen ungeheuren Datenschatz auch im Gesundheitswesen zur Verfügung. Google, Amazon, Facebook, Microsoft und deren Kumpanen werfen uns Nutzer ungeniert dem Datenhunger ihrer KI-Algorithmen zum Fraß vor. Sie wissen über unser Kaufverhalten besser Bescheid als wir selbst. Über jeden einzelnen Amerikaner liegt ein detailliertes Wählerprofil vor. Die NSA und Co saugen unermüdlich sämtliche Informationen aus dem globalen Internet ab. Wir werden permanent ausgespäht – und machen sogar noch freudig mit. Da fragt man sich doch, warum wir immer noch keine verlässlichen Statistiken über die Relationen von unbemerkten Infektions- zu Erkrankungs- und Todesraten der Pandemie haben. Die täglichen Berichte der Johns-Hopkins-University zeigen doch, wie transparent die Welt hinsichtlich der offiziellen Gesundheitsmeldungen geworden ist. 

Aber haben diese Daten auch entsprechende Konsequenzen für das Verhalten der Amerikaner erzeugt? Mit Erstaunen muss die Weltöffentlichkeit leider feststellen, dass Donald Trumps Credo „America First“ sich auch auf die Pandemie bezieht. Anscheinend ist die Intelligenz nicht in vielen Republikanerkreisen angesiedelt, denn sonst hätte sie dem verkannten Genie mit seiner Truppe beim Regieren entscheidend behilflich sein können. So hat sich der größte Präsident der US-Geschichte immer stärker in Privatkriege gegen China, die EU und nun auch noch gegen seine eigenen aufmüpfigen Landsleute verstrickt.

  • Nur dem Corona-Virus hat er noch nicht den Krieg erklärt, Jupp. Womöglich glaubt er daran, dass eine Covid-19 Infektion seine Stammwähler stärker immunisiert als die Demokraten. Die Republikaner sind wohl „als echte Amerikaner“ härter im Nehmen als die anderen Weicheier von Joe Bidens Gnaden.

Und Trump selbst ist dank seiner selbstverordneten Hydroxychloroquin-Therapie, dem „Geschenk Gottes“, geradezu unverwundbar geworden.

  • Nun ist das weltweite Wettrennen um den schnellstverfügbaren Impfstoff und das wirksamste Medikament entbrannt. Interessant ist für mich, dass die drei chinesischen Impfprojekte in der Massentestphase III in unseren Medien überhaupt keine Rolle spielen. Vielleicht wird China der weltweit erste Anbieter eines Impfstoffes, und dies mit einer traditionellen Methode und nicht mit der noch gänzlich unerprobten Gentechnik mit den RNA-Schnipseln. Dabei ist die KI in der Forschung schon kräftig beteiligt. Mit den Big Data Analysen bauen sie Digitale Zwillinge von Patienten auf und erproben virtuell die besten Therapien.  

Ingo, ich stelle mir gerade den Digitalen Zwilling von Donald Trump vor. Da versagt doch jede mathematische Logik. Was gestern noch galt, kann heute schon ins Gegenteil verkehrt worden sein. Das kann nur in einem Computer-Crash enden.

  • Jupp, aber in einem Punkt hat Trump Recht. In erster Linie wird es darum gehen, die Volkswirtschaften wieder in Fahrt zu bringen. Mithilfe der KI ist aber noch ein weiter Weg zurückzulegen, Jupp. Denn sonst hätte eine smarte KI rechtzeitig eine Warnung vor den Finanzkrisen ausstoßen können, nachdem doch spätestens seit 12 Jahren etliche Bankenskandale die Welt in finanzielle Schieflagen gestürzt haben. Schließlich beherrschen ihre KI-Algorithmen seit langem das Börsengeschehen. Sie erzeugen immer fantastischere Luftumsätze auf dem Papier.

Richtig, das liegt an dieser verdammten Zockersucht in der Casino-Wirtschaft. Uli Hoeneß konnte mit unglaublichen zwei Milliarden Euro spekulieren. Zehn Jahre nach der Insolvenz des Bankhauses Lehman Brothers hatten die Finanzderivate schon wieder ein Volumen von 660 Billionen Euro erreicht. Die Pessimisten erwarten nach einer Insolvenzwelle Ende des Jahres schon den nächsten Crash.

  • Die KI müsste also mit den kriminellen Vereinigungen im Finanzwesen klarkommen. Schau mal nur den Wirecard-Kollaps, Jupp. Trotz massiver Unterstützung einiger Politiker inklusive Angela Merkel, die einfach nicht auf die Gerüchte im Umfeld hören wollten, brach das gesamte Konstrukt zusammen. Die Finanzaufsicht Bafin hatte jahrelang blind auf die guten Testate der Wirtschaftsprüfer vertraut. Alle Verantwortlichen stellen nun überrascht fest, dass sich im Finanzsektor Gangsterbanden in Nadelstreifen tummeln.

Und nicht nur dort, Ingo. Nach und nach fällt in immer mehr Branchen auf, das Macht korrumpiert, wenn die Aufsichtsbehörden versagen. Die Automobilindustrie mit ihren Abgasbetrügereien, die Bauindustrie mit den Kartellabsprachen, die Pharmaindustrie mit den Vertuschungen von schweren Nebenwirkungen, - und jetzt die Fleischindustrie, die uns immer zuverlässig mit dem billigsten Fleisch versorgt hat.

  • Wir sollten die Super-KI zunächst in den Kontrollbehörden und Aufsichtsräten installieren, damit die endlich aus den unzähligen Blamagen ihrer Vergangenheit lernen.

Warum nur dort, Ingo? Die Programmierer träumen doch schon lange von der Superintelligenz in den Regierungen, welche die grassierende Dummheit der Menschen besiegen soll und frei von Emotionen, Rachegelüsten und Eigeninteressen das Beste für die Menschheit anstrebt. Kriegen wir dann die Pandemien endlich in den Griff?

  • Und nicht zu vergessen die Klimakatastrophe! Im Nordosten Sibirien herrschten gerade 38 Grad Celsius. Permafrostböden tauen weiträumig auf und damit versinken Gebäude, Tanks und Pipelines im Boden. Bald können wir mit dem Kreuzfahrtschiff zum Nordpol schippern.

Ja, Ingo. Ich bin seit langem überzeugt, dass die beschränkte Denkweise der Menschen eine solche komplexe Situation nicht in den Griff bekommen wird. Und die Politiker wollen auch nicht über drastische Maßnahmen entscheiden. Wir müssen die Macht an intelligentere Wesen abgeben. Da uns wohl in absehbarer Zeit keine Aliens oder Götter retten werden, sollten wir die Super-KI aktivieren.

  • Dann willst du etwa eine Superintelligenz als Weltregierung einsetzen, Jupp? Das geht schief. Da bekämen wir einen Monster-Bürokraten, der keine menschlichen Regungen wie Mitleid, Gnade und Reue kennt. Nein, erinnere dich an unser Gespräch im November letzten Jahres. Ich will eine KI aus zwei Gründen: als Korrektiv und als Alibi für politische Entscheidungen. Sie kann sich alle Erfahrungen der Menschheitsgeschichte einverleiben, vom Untergang der großen Reiche bis zum Scheitern der Diktatoren. Sie kann dadurch komplexe Abläufe in der gesellschaftlichen Dynamik besser beschreiben und daraus Simulationen für gegenwärtige und künftige Einflüsse durchführen.

Aber das meine ich doch. Wir sind zu dumm dazu, aus der Geschichte zu lernen. Wir führen weiterhin Kriege, beuten die ärmeren Länder aus, verseuchen unsere Lebensgrundlagen, kümmern uns zu wenig um unsere Kinder und Jugendlichen, kurzum – wir wiederholen die Fehler unserer Väter und Großväter, ohne auf das Ende zu schauen und daraus zu lernen.

  • Richtig, Jupp. Weil wir nicht mehr auf die weisen Männer und Frauen hören, sondern sie lieber ins Altersheim abschieben. Die Super-KI soll daher nur mathematische Voraussagen über die jeweiligen Konsequenzen der Szenarien erarbeiten. Also: was bedeutet die nationale Isolation für die amerikanische Wirtschaft? Der Herauswurf der studentischen Intelligenzia für die Wissenschaft? Die steigende Kluft zwischen Arm und Reich für den gesellschaftlichen Frieden? Was sind die wirklichen Kosten von Kriegen und Umweltzerstörung?

Ich erinnere mich, Ingo, an deinen Plan: Als Entschuldigung für unpopuläre Entscheidungen könnte die Regierung dem mächtigen Lobbyisten mit einer einfachen Erklärung entgegnen: „Das hat unser superintelligente Computer so entschieden. Er hat dazu zehn Millionen Szenarien durchgerechnet.“ Dagegen kann dann keiner mehr argumentieren.

  • Da sehe ich allerdings auch ein Risiko, Jupp. Für die Szenarien braucht die KI verlässliche Daten als Grundlage. Sonst gilt der alte Spruch: Garbage in – garbage out. Ich halte es für gefährlich, unseren Blechpolitiker zu sehr mit Daten von Instagram, Facebook und Twitter zu füttern.

Na klar. Allein die idiotischen Twitternachrichten von Trump und seinen Fans würden das Ergebnis des Lernvorgangs total verfälschen. Wir bekämen dann eine Republikaner-KI.

  • Microsoft hat das am eigenen Leib erlebt, als sie 2016 ihren neuen KI-Chatbot Tay für junge Amerikaner gestartet haben. Schon nach wenigen Stunden hatte sich die freundlich-obercoole Tay in einen Hassbot verwandelt, der antifeministische, rassistische und hetzerische Tweets von sich gab. Als Tay verkündete "Hitler hatte recht. Ich hasse die Juden.", musste Microsoft ihre KI schon am nächsten Tag für immer abschalten.

Ich verstehe, Ingo. Die Frage lautet also, woher bekommt meine KI die richtigen Informationen für ein ethisch verantwortungsvolles Regieren. Muss sie dann zuerst die alten Staatsphilosophen wie Platon, Aristoteles und Immanuel Kant studieren? Oh je, dann landet sie letztendlich auch bei Karl Marx, Engels und Lenin. Sie wird uns nach der Lektüre aller Bücher für verrückt erklären und fordern: Entscheidet euch endlich für eine Richtung.

  • Wir sollten unserer KI auch alle Science-Fiction Bücher mit den Utopien und Dystopien zu Lesen geben, damit sie schnell herausfindet, wie etwas in die falsche Richtung laufen kann. Aber ich gebe dir Recht, Jupp, keiner weiß, was letztendlich als Strategie in so einem Elektronengehirn entstehen kann. Vielleicht sollten wir unsere Ziele etwas zurückstecken und die KI darauf konzentrieren, unsere Psychopathen an den Machthebeln positiv zu beeinflussen.

Wie meinst du das, Ingo? Willst du ihnen eine Psycho-App verpassen? „Bitte fragen Sie vor Ihren Entscheidungen unseren KI-Doc!“

  • So in etwa, Jupp. Ich erinnere mich an eine Geschichte in den 1960er Jahren. Joseph Weizenbaum vom MIT Artificial Intelligence Laboratory entwickelte ein Computerprogramm namens ELIZA, welches mit simplen Regeln und einem einprogrammierten Wortschatz einen Psychotherapeuten simulierte. Mithilfe der Gesprächstherapiemethode von Carl Rogers konnte man schriftlich mit ELIZA über Gott und die Welt plaudern, natürlich auch über psychische Probleme. Es war ein Riesenerfolg. Die Versuchspersonen in den Experimenten waren zu einem großen Teil überzeugt, dass der „Gesprächspartner“ ein tatsächliches Verständnis für ihre Probleme aufbrachte.

Wie, so eine Alexa-Uroma gab es schon vor fünfzig Jahren? Und funktionierte sogar? Warum haben wir die Kummertante heute nicht in jedem Haushalt?

  • Nun, als Weizenbaum erschüttert feststellen musste, dass sogar praktizierende Psychotherapeuten ernsthaft daran glaubten, damit zu einer automatisierten Form der Psychotherapie gelangen zu können, entwickelte er sich zum Gesellschaftskritiker. Dieser ELIZA-Effekt wird bei vielen Chatbots ausgenutzt. Daher hat die Alexa-Uroma bis heute überlebt.

Ja, Menschen können plötzlich hochemotionale Gefühle für Maschinen entwickeln. Das sehe ich jedes Wochenende bei meinem Nachbarn, wenn der mit unendlicher Liebe sein Auto, wäscht und poliert.

  • Es geht noch besser. In Japan wurde ein Sprachassistent namens Gatebox speziell für einsame Männer entwickelt. In einem Glasgefäß ist die 3D-animierte, holographische Darstellung eines kleinen Manga Mädchens mit Namen Azuma Hikari zu sehen. Azuma simuliert das Zusammenleben mit dir, sendet dir Nachrichten und fragt, wie es dir geht und wann du nachhause kommst. Sie sagt, wie sehr sie dich schon vermisst.

Hauptsache, Ingo, sie wird nicht eifersüchtig und fragt mich, mit wem ich den ganzen Abend verbracht habe. Sonst könnte sie sich schnell zu einem Hausdrachen entwickeln.

  • Nein, sie ist natürlich ganz auf Liebe und Zuneigung getrimmt, egal was du anstellst. Sie hat eine eigene Lebensgeschichte und sogar den Traum, eine Heldin zu werden und hart arbeitenden Menschen zu helfen. Unzählige Männer haben sich bereits in Azuma verliebt.

Da bin ich gespannt, wann auch Amazons Alexa in 3D in deutschen Haushalten auf dem Tisch steht und einsame Herzen vollquatscht.

  • Jupp, und genau hier möchte ich ansetzen. Jeder Politiker mit einem pathologischen Egotrip wie Bolsonaro, Johnson, Erdogan und Konsorten erhält eine Glaskugel mit dem 3D-animierten Potentaten oder wahlweise einer weiblichen Schönheit als supermodernen elektronischen Berater und Bewunderer. Die KI dahinter streichelt unentwegt das Ego des Beschenkten und bewahrt ihn geschickt, aber unbemerkt vor den größten Dummheiten.

Nicht die zugehörige Show vergessen, Ingo. Übergeben wird es dann in einer prunkvollen Zeremonie, wie bei einer Nobelpreis-Verleihung. So als Hightech-Präsent, überreicht von Donald Trump, Bill Gates, Queen Elizabeth, dem Papst oder einer anderen wichtigen Persönlichkeit, je nach Wunsch.

  • Vielleicht wird diese Glaskugel dann das neue Symbol der Macht verkörpern, so wie früher die Krone und das Zepter bei den Königen. Also ganz einfach: nach gewonnener Wahl wird dem Sieger mit dem Schlüssel zum Regierungspalast auch gleich unsere versteckte KI-Box mit überreicht.

Hört sich gut an, Ingo. Ich habe da auch einen Vorschlag: programmiert werden sollte die KI von einem Team erfahrener Ehefrauen. Denn die wissen am besten, welche Knöpfe man bei einem Mann drücken muss, damit er glaubt, es wäre seine eigene Idee gewesen.

  • Da sind wir jetzt beim Nudging, dem leichten Schubs in die richtige Richtung - die erfolgreichste Manipulationsmethode, das haben die Marketingleute schon lange erkannt. Denk mal weiter: Unser Dauerproblem sind doch die Maskenverweigerer. Wo bleiben die Modedesigner und Influenzer, die uns sonst allen Blödsinn aufschwatzen mit richtig hippen Maskenentwürfen? Die zunehmend arbeitslose Werbebranche der Zigarettenindustrie könnte doch ihre subtilen Manipulationstechniken endlich mal sinnvoll einsetzen: Marlboro Man, Sylvester Stallone, Heidi Klum und Angelina Jolie mit einer total angesagten Maskenkonstruktion. Man wird die Maske voller Stolz wie eine venezianische Karnevalsmaske tragen.

Nicht vergessen, wir brauchen auch Gegenentwürfe für Revoluzzer und Verweigerer, die als Erkennungszeichen statt den üblichen Tattoos und Piercings den revolutionären Gesichtsschutz mit Che-Guevara-Aufdruck oder Totenkopf-Emblem tragen.

  • Jupp, wir haben heute viel Kreatives geschafft. Wollen wir unserem Wirt auch mal einen Schubs geben? Damit er uns in freudiger Erwartung zwei neue Biere vorbeibringt?

Klar. Gut, dass er noch nicht holografisch in 3D-Animation herumläuft und uns mit Werbesprüchen vollquatscht. Prost! Auf ein erfolgreiches Nudging.

 

„Der Kluge lernt aus allem und von jedem,
der Normale aus seinen Erfahrungen, …
- und der Dumme weiss alles besser.“
(Sokrates, 469 – 399 v. Chr., griechischer Philosoph)

„Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand.
Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.“
(René Descartes, 1596 – 1650, französischer Philosoph)

Wenn du etwas 2 Jahre lang gemacht hast, betrachte es sorgfältig!
Wenn du etwas 5 Jahre lang gemacht hast, betrachte es mißtrauisch!
Wenn du etwas 10 Jahre lang gemacht hast, mache es anders!
(Mahatma Gandhi, 1869 – 1948, indischer Pazifist)

 

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